New Work – Alter Wein in neuen Schläuchen?? Blackboat Bootcamp 2019

Mitte Mai nahm ich am New Work Bootcamp von Blackboat in Hamburg teil was diesen Blogartikel inspirierte.

Mitte der 1990er Jahre besuchte ich ein Software Unternehmen in Österreich, das für Banken arbeitete und exponentiell wuchs. Sie zeigten mir voller Stolz den Erholungsbereich mit Kickertischen und verwiesen auf eine innovative Silicon Valley Kultur im Unternehmen. Auf meine Frage, wie sie den die neuen Projektleiter proaktiv aufbauen und qualifizieren,um die steigende Anzahl an Projekten zu managen, bekam ich einen leeren bis bösen Blick alsAntwort. Die Kultur fühlte sich eher industriell als agil an. Zwei Jahre später war das Unternehmen insolvent. Kickertische alleine sind wohl zu wenig.

Mitte der 1990er Jahre besuchte ich ein Software Unternehmen in Österreich, das für Banken arbeitete und exponentiell wuchs. Sie zeigten mir voller Stolz den Erholungsbereich mit Kickertischen und verwiesen auf eine innovative Silicon Valley Kultur im Unternehmen. Auf meine Frage, wie sie den die neuen Projektleiter proaktiv aufbauen und qualifizieren,um die steigende Anzahl an Projekten zu managen, bekam ich einen leeren bis bösen Blick alsAntwort. Die Kultur fühlte sich eher industriell als agil an. Zwei Jahre später war das Unternehmen insolvent. Kickertische alleine sind wohl zu wenig.

New Work ist ein Begriff in den letzten zwei bis drei Jahren vermehrt Aufmerksamkeit bekommt und gerade mit Bedeutung gefüllt wird. In der Diskussion finden sich alte Bekannte wie Teamarbeit, autonomes Arbeiten, Holokratie, intrinsische Motivation und Selbstführung, attraktive Gestaltung der Arbeitsumgebung, Nutzung von Kommunikationstechnologien. Alles Themen die nicht wirklich neu sind. Sie waren schon Kern meiner Beratungsarbeit in den 1990er Jahren. Mit Kollegen, die damals primär aus den USA, kamen diskutierten wir schon 1993 auf der Metanet online Diskussionsplattform (Arlington, Washington D.C.) diese Themen. Die Aufbruchsstimmung in ein neues Zeitalter der Arbeitsorganisation war klar spürbar.  Die Ernüchterung erfolgte auf dem Fuße. Unausgereifte Kommunikationstechnologien, langsame Internetverbindungen und Menschen geprägt vom industriellen Organisationsparadigma bremsten innovative Organisationsformen.

Also, was ist neu am Begriff des New Work? 
Ist es nur alter Wein in neuen Schläuchen?

New Work hat zwei Haupttreiber. Erstens die Notwendigkeit von Unternehmungen innovativ-produktiv zu sein und zweitens Menschen Flow bei der Arbeit zu ermöglichen.

Notwendigkeit von Unternehmungen innovativ-produktiv zu sein
Die pro Kopf Produktivität in Industriestaaten stagniert seit einigen Jahren. Dies ist weder gut für die Erträge von Unternehmen noch für die Einkommen von Arbeitnehmern. Der Wettbewerb hat sich globalisiert und neue disruptive Anbieter drängen auf den Markt. im Kontext von New Work empfehle ich hierzu das 1. Kapitel von Aaron Dignan’s Buch „Brave new work : are you ready to reinvent your organization?“ (Dignan, 2019).


Produktiv mussten Unternehmen schon immer sein. Aber innovativ-produktiv, das ist in diesem Ausmaß neu. Und innovativ geht nur mit Menschen, die für ihre Arbeit brennen oder mit anderen Worten im Flow sind. Das Problem ist, dass in den meisten Unternehmen höchstens jeder fünfte im Flow ist. Vier von fünf sind es nicht. Diese sind disengaged. Zumindest einer von vier ist sogar actively-disengaged. Siehe hierzu zum Beispiel die Studien von Gallup die seit vielen Jahren international diesen Trend berichten (Gallup Employee Engagement Scores – OECD Countries 2013).

Diese Herausforderung innovativ-produktiv auf breiter Ebene zu sein befeuert das Thema „New Work“. 

Menschen Flow bei der Arbeit ermöglichen
Menschen Flow bei der Arbeit zu ermöglichen ist unerlässlich um innovative-produktive Organisationen zu gestalten. Die Organisationen, die dies nicht umsetzen sind entweder in einer Monopolsituation oder in 10 Jahren aus dem Markt ausgeschieden. Neue Arbeit (New Work) ist nun das Medium, um diesen Flow zu ermöglichen.  

Seit Mitte der 1990iger Jahre hat sich besonders folgendes stark verändert:

Die Reife der Kommunikationstechnologie
Die Menschen die kreativ-innovativ arbeiten

Kommunikationstechnologien 
Heute gibt es ausgereifte ERP Systeme (z.B. SAP, Microsoft Dynamics, Salesforce,) die in Verbindung mit Google Drive, Microsoft Teams oder Slack flache, dezentrale und verteilte Organisationsstrukturen ermöglichen.

Menschen die kreativ-innovativ arbeiten
Menschen die kreativ-innovativ arbeiten hat es immer gegeben. Neu ist aber der große Anteil an der „work-force“. Besonders ausgeprägt ist dies bei technologie-affinen Personen. Mit dem richtigen Skill-Set sind sie in einer starken Position eine „New Work“ Arbeitsumgebung im eigenen Unternehmen zu fordern oder in eine andere zu wechseln.

New Work Bootcamp 2019
Das Bootcamp war nun der Gestaltung technischen, räumlichen und sozialen Aspekten von New Work gewidmet.  Es war mir eine Freude hier nicht nur kompetente Referentinnen und Referenten zu treffen, sondern Teil einer New Work Community zu sein. Gratulation an die Blackboat Crew zur Gestaltung des Events und einem Danke für die offene Kommunikation und Interaktion an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  The start-up spirit of the 1990s is back again!

Sources – Links 

Blackboat Bootcamp. (2019).  Retrieved 19.05. 2019, from Blackboat https://www.blackboat.com/bootcamp

Dignan, Aaron. (2019). Brave new work : are you ready to reinvent your organization?New York: Penguin Books. https://www.bravenewwork.com

Gallup. (2013). Gallup Employee Engagement Scores – OECD Countries 2013.  Retrieved May, 19 2019 https://flipchartfairytales.files.wordpress.com/2014/06/engegement-by-country.png